Anlagetypen

Die Lehre von der Verhaltensökonomie, Behavioral Finance, unterscheidet verschiedene
Anlagetypen, bei denen Frauen und Männer unterschiedlich stark vertreten sind. Die beiden Zürcher ETH-Professoren Carmen Keller und Michael Siegrist klassifizieren vier unterschiedliche Kategorien:

  1. Safe Players
    Sie sparen Geld lieber, als dass sie es ausgeben. Sie legen ihre Finanzen nicht offen und haben keine Aktien. Safe Players finden es sogar unmoralisch, an der Börse Geld zu verdienen. Dieser Anlegertyp ist sowohl bei Männer als auch bei Frauen gleichmässig vertreten. Safe Players legen besonderen Wert auf ihre finanzielle Sicherheit, wollen Kontrolle über ihr Erspartes ausüben und planen ihre Ausgaben vorsichtig.
  2. Open Books
    Geld interessiert sie nicht besonders. Sparen ist ihnen nicht wichtig. Sie legen ihre Finanzen gern offen und haben keine Aktien. Unter den Schweizer Anlegerinnen ist der Anteil des Typ Open Book gross. Sie messen ihrer finanziellen Sicherheit eine mittlere Bedeutung zu und haben
    - wie die Safe Players – eine negative Einstellung zu Aktien. Geldvermehrung ist eher unwichtig.
  3. Money Dummies
    Geld und Finanzmärkte interessieren sie nicht. Gewinne aus Aktien gelten aber nicht als amoralisch. Sie geben keine Informationen zu ihrer Finanzlage. Dieser Typus ist sowohl bei Männer als auch Frauen vertreten. Money Dummies messen ihrer finanziellen Sicherheit nur mittelmässige Bedeutung zu und sind an Geldthemen und Aktien nicht interessiert.
  4. Risk Seekers
    Sie haben eine positive Einstellung gegenüber Aktien und Spielen. Geld ist wichtig. Sie legen ihre Finanzen nicht offen. Dieser Typus ist bei Männern weit verbreitet. Finanzielle Sicherheit und Sparen sind für die Risk Seekers zwar nicht unwichtig. Sie sind aber bereit, grössere Summen in Aktien zu investieren und zur Vermögensvermehrung gewisse Risiken einzugehen.
    Sie interessieren sich für Geldthemen; Geld hat einen hohen Stellenwert, und die Geldvermehrung ist ein wichtiges Lebensziel.

Der letzte Anleger-Typus “Risk Seekers” korreliert tendenziell mit Personen-Gruppen mit einem höheren Einkommen und Bildungsgrad. Die anderen Anleger-Typen korrelieren hingegen mit Personengruppen mit vergleichsweise niedrigem Einkommen.

(c) Stocks Ausgabe 10, 2009

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